/ November 5, 2018/ Allgemein, Beratung, Energiebeschaffung, Erneuerbare Energien, Internet-News, Oekostrom, Politik, Privatkunden

Entwicklung der Strompreise in den vergangenen 10 Jahren (2008-2018)

Bei der geplanten Marktöffnung in der Schweiz sollten wir darauf achten, einen echten Energiemarkt zu schaffen, mit einem ökologischen Rahmen und maximalen unternehmerischen Freiheiten.

Marco Rüegg, Gründer von Fairpower

Von Europa lernen

Informationen zur geplanten Marktöffnung in der Schweiz finden Sie hier: https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home/uvek/medien/medienmitteilungen.msg-id-72549.html

In Deutschland wird Energie sehr stark von der Politik geprägt. Gesetzliche Abgaben und Steuern machen den grössten Teil des Strompreises aus. Die Preise für die Stromnetze stiegen ebenfalls stetig an. Einzige Komponenten des Stroms, die vollständig dem Markt folgt ist die Energie, resp. die Erzeugerpreise. Diese sind kontinuierlich gesunken.

Hier finden Sie Informationen, die in vollem Umfang auf Stromvergleich zur Verfügung stehen.

Entwicklung Strompreiskomponenten

Infografik „Entwicklung der Strompreisbestandteile im 10-Jahres-Verlauf“: Strom-Report

Der Strompreis in Deutschland steigt seit Jahren, doch seine Bestandteile entwickeln sich dabei unterschiedlich. Den grössten Kostenblock verursachen Steuern, Umlagen und Abgaben. Im 10-Jahresverlauf ist eine satte Steigerung von 78% zu verzeichnen. Seit der Jahrtausendwende haben sich die Steuern und Abgaben verdreifacht, seit Liberalisierung des Strommarktes fast vervierfacht [1998: 4,07 Cent].

Die Kosten für Strombeschaffung und Vertrieb sind in den letzten 10 Jahren um 27% gesunken. Seit Beginn der Wirtschaftskrise sind die Strompreise an der Leipziger Energiebörse EEX kontinuierlich gesunken und der wachsende Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix hat zu dieser Entwicklung beigetragen. 2016 lag der Strompreis am Terminmarkt beim Rekordtief von nur 2,2 Cent pro Kilowattstunde. Das war zu diesem Zeitpunkt der niedrigste Stand seit 11 Jahren. Verbraucherschützer bemängeln die fehlende Bereitschaft der Versorger, die gesunkenen Preise an die Kunden weiterzugeben.

Die Netzentgelte sind im bundesweiten Schnitt in den letzten 10 Jahren um 27% gestiegen. Sie machen aktuell ein Viertel des Strompreises aus und sind damit der zweitgrößte Kostenblock auf der Stromrechnung für private Stromkunden. Die Netzentgelte in Deutschland schwanken je nach Einzugsgebiet und sind abhängig von Investitionen in den Netzausbau, die Bevölkerungsdichte und die notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung der Netze. Ab 2019 sollen die Netzentgelte schrittweise angeglichen werden und bis 2023 dann deutschlandweit einheitlich sein. Im Zuge der Energiewende werden die Netzbetreiber noch enorme Investitionen in die Infrastruktur stemmen müssen und diese Kosten an die Verbraucher weitergeben.

Betrachtet man die Netzentgelte und Erzeugerpreise im Verbund, liegt der heutige Preis von 13,54 Cent auf dem Niveau von vor 20 Jahren. 1998, vor der Liberalisierung des deutschen Strommarktes, wurden für Beschaffung, Netzentgelte und Vertrieb 13,04 Cent pro Kilowattstunde berechnet.

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