Wer mit Solarstrom Kohle macht

Unsere zusätzlichen Ausführungen zu einem Bericht im Beobachter vom Juli 2021

Unklare Rollen der Marktteilnehmer

Elektrizitätswerke haben eine lange Geschichte. Sie hatten früher einen klaren Auftrag: Die Einwohner und die Unternehmen in ihrem Versorgungsgebiet günstig und zuverlässig mit Strom zu versorgen. Heute ist es komplizierter. Mit dem Unbundling, also der Trennung von Stromnetz und Energie, wurden die Rollen neu verteilt. So sind traditionelle Elektrizitätswerke Netzbeteiber, aber auch Energielieferant. Der Netzbetreiber beliefert Haushalts- und Gewerbekunden in der Grundversorgung (kleiner 100 MWh Stromverbrauch pro Jahr). Der Energielieferant beliefert freie Kunden, die ihren Lieferanten frei wählen können. Vereinzelte Energielieferanten, resp. Energiehändler besitzen eigene Kraftwerke oder sind an solchen beteiligt. Die meisten aber kaufen Strom im Energiemarkt. Energielieferanten haben einen ganz anderen Fokus als Netzbetreiber.

Für Solarstrom wird zu wenig vergütet

Die Netzbetreiber haben die Plicht, den eingespeisten Solarstrom in ihrem Netz abzunehmen und zu vergüten. Dabei soll der Rücklieferpreis nicht mehr als 8% tiefer sein als der Strombezugspreis. Wenn ich also 10 Rappen pro Kilowattstunde für die Energie bezahlen würde, müsste mir der Netzbetreiber die Energie für 9.2 Rappen pro Kilowattstunde abkaufen. Dabei handelt es sich nur um die physikalische Energie, nicht um den ökologischen Mehrwert. Der ökologische Mehrwert wird als Herkunftsnachweis (HKN) erfasst und gehandelt. Der Markpreis für HKN aus Solarstrom liegt zwischen 1 und 4 Rappen pro Kilowattstunde. Schaut man sich auf der Seite www.pvtarif.ch um, so stellt merkt man rasch, wie gross die Unterschiede in der Bezahlung der Rücklieferungen von Solarstrom sind.

Solarstrom wird zu teuer verkauft

Ein reines Solartromprodukt dürfte nur um den Preis des HKN (plus einem Gewinn) teurer sein als der Standardstrom. Wie hoch der Gewinn auf dem HKN sein darf, da gibt es keine gesetzliche Grundlage. Wir erachten es als störend, wenn reiner Solarstrom mit einem Aufpreis von 7 Rp./kWh oder mehr verkauft wird und eine Marge von 100% und mehr kassiert wird. Noch schlimmer wird die Margenbetrachtung bei Wasserkraft. Da sind die Gewinne der Grundversorger oft noch viel grösser.

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Solarstrom Energie erneuerbar Photovoltaik

Solarstrom Direktvermarktung von Weinfelden nach Müllheim

Die Firma Romabau-Gerinox AG in Weinfelden produziert viel mehr Solarstrom als sie selber brauchen kann. Der Überschuss ging bis anhin ins öffentliche Stromnetz, wird aber neu physisch übers Netz direkt an das Partnerunternehmen Utilis AG in Müllheim geliefert und nicht nur als Herkunftsnachweis. Dieses versorgt sich ab 2020 mit 100% Strom von der Sonne. Mehr erfahren

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Das sagen unsere Kunden

"Wirtschaftlich, vor allem aber unter ökologischen Gesichtspunkten, profitieren beide Unternehmen von diesem Transfer."

Wolfgang Vilsmeier, Verwaltungsratspräsident und Hauptaktionär der Firmen Romabau-Gerinox AG und Utilis AG

"Mit dem Bezug von 100% Solarstrom wollen wir aufzeigen, dass auch Industrieunternehmen ihre Verantwortung proaktiv wahrnehmen und mithelfen, das Schweizer Energiesystem auf erneuerbare Energien umzubauen."

Marco Boss, CFO der Utilis AG